Mittwoch, 27. Mai 2015

Menschen mit Demenz und ihren Familien den zeitgerechten Zugang zu professionellen Hilfen erleichtern

PRESSEMITTEILUNGEN

Menschen mit Demenz und ihren Familien den zeitgerechten Zugang zu professionellen Hilfen erleichtern

07.05.2015, Aachen

Eine multinationale Studie untersucht derzeit, welche Unterstützung Menschen mit Demenz und deren Angehörige benötigen (http://www.actifcare.eu). Die leitende Frage dabei lautet: Welche Bedingungen erleichtern die Nutzung von Hilfen und welche erschweren sie? Oft nämlich sind Hilfen zwar vorhanden, werden jedoch nicht aufgefunden oder aus anderen Gründen erst spät oder gar nicht in Anspruch genommen. Teil der Studie mit dem Titel ActifCare ist eine große Befragung, die zurzeit in Norwegen, Schweden, Irland, Großbritannien, Italien, Portugal, den Niederlanden und Deutschland (gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung) stattfindet.
„Hierzu möchten wir gesprächsbereite Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen einladen, sich zu beteiligen“, sagt Astrid Stephan, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. In Halle wird die Studie für Deutschland koordiniert. Befragt werden sollen in jedem Land 60 Menschen mit Demenz in einem frühen bis mittleren Stadium, die bisher noch keine Unterstützung durch berufliche Pflege erhalten, sowie jeweils ein Angehöriger. Die Befragung findet zu drei Zeitpunkten in persönlichen Gesprächen statt: Zu Beginn, nach sechs und nach zwölf Monaten. Fragen zur Lebensqualität, zu den Bedürfnissen, Auswirkungen der Demenz und zur Nutzung von Hilfsangeboten stehen im Mittelpunkt der circa zweistündigen Gespräche.
In Deutschland werden die Befragungen in drei Bundesländern durchgeführt: in Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Das Projekt wird dort jeweils durch lokale Kooperationspartner unterstützt. So ist auch das Alexianer Krankenhaus Aachen an der Vermittlung von Interviewpartnern beteiligt. Das Gerontopsychiatrische Zentrum des Alexianer Krankenhauses bietet ein umfassendes Beratungs- und Unterstützungsangebot für ältere Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen an und ist damit eine wichtige Anlaufstelle für Betroffene im Raum Aachen. „Wir sehen, dass immer noch viele Betroffene und Angehörige eher spät Unterstützung suchen und die Belastung für die Familien oft sehr groß ist“, sagt Dr. med. Andreas Theilig, Chefarzt am Alexianer Krankenhaus. „Ein früher Zugang zu Information und Beratung hilft, frühzeitig professionelle Hilfen zu installieren, und kann so oftmals die häusliche Versorgung der Betroffenen über lange Zeit sichern“, ermutigt Dr. Theilig Betroffene und Angehörige, früh Unterstützung zu suchen.
„Die Ergebnisse werden dazu beitragen, die Zugangswege zu professioneller Unterstützung besser zu verstehen“, erklärt Professorin Dr. Gabriele Meyer, Institutsdirektorin und Leiterin des Projektes. In dem Projekt werde den Erfahrungen und Bedürfnissen der Menschen ein großer Wert beigemessen: „Wir möchten, dass Menschen mit Demenz und ihre Bezugspersonen passgenauere und zeitgerechtere Hilfen erhalten.“
Bitte nehmen Sie bei Interesse an dem Projekt Kontakt auf mit:Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Medizinische Fakultät/Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft
Frau Manuela Friede (Sekretariat)
Magdeburger Str. 8 / 06112 Halle (Saale)
Tel.: (0345) 557-4466 / Fax: (0345) 557-4471
oder
Astrid Stephan (Wiss. Mitarbeiterin)
Tel.: (0345) 557-4404 / E-Mail: astrid.stephan@medizin.uni-halle.de
Alexianer Krankenhaus Aachen
Chefarzt Dr. med. Andreas Theilig
Tel. Sekretariat: (0241) 47701-15131
E-Mail: chefarztsekretariat-ac@alexianer.de
Ansprechpartnerin für Rückfragen der Presse: Manuela Wetzel, Tel.: (0241) 47701-15117, E-Mail: m.wetzel@alexianer.de

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